Vergangene Tagungen

Frühjahrstagung 2022

„Vom Kopf auf die Füße gestellt“:
Geschichte der biblischen Welt
mit Prof. Dr. Dr. Dr.h.c. Dieter Vieweger

Theologie des Alten Testaments – Religionsgeschichte Israels – Geschichte der biblischen Welt. Drei Titel, die für einen jeweils neuen Ansatz stehen. Prof. Dieter Vieweger wird uns in seine Geschichte der biblischen Welt einführen. Leitend in seiner Darstellung sind die Forschungserträge der Archäologie, Alten Geschichte, Epigraphik und Ikonographie. Wie verhält sich deren jeweiliges Bild zu den theologischen Interessen und Deutungen der biblischen Texte? Prof. Dieter Vieweger stellt als Archäologe und Alttestamentler mit seinem Werk die übliche Weise, die Geschichte des Alten Israels zu schreiben, – so der Autor im Vorwort – „vom Kopf auf die Füße“. Es wird deutlich werden, wie dieser Ansatz in seiner Anschaulichkeit für den Religionsunterricht und dessen Arbeit mit biblischen Texten fruchtbar gemacht werden kann. 

Herbsttagung 2021

Update Bibel(-didaktik)
Aktuelle neutestamentliche und bibeldidaktische Perspektiven für den Religionsunterricht

„Was geschieht, wenn wir lesen? Das Auge folgt schwarzen Buchstaben auf weißem Papier von links nach rechts, wieder und wieder. Und Geschöpfe, Natur oder Gedanken, die ein anderer gedacht hat, kürzlich oder vor tausend Jahren, steigen in unserer Einbildung auf. Das ist ein Wunder, größer als das Keimen der Samenkörner aus den Gräbern der Pharaonen. Und es geschieht jeden Augenblick.“ So schreibt der schwedische Schriftsteller Olof Lagercrantz in seinem Essay Die Kunst des Lesens und des Schreibens (S. 9) – und weiter: „Ein gutes Buch gibt dem Leser das Gefühl, daß es unsere eigene Erfahrung ist, von der wir lesen. Wenn Literatur auf der Höhe ist, glauben wir, uns plötzlich an etwas Wichtiges zu erinnern, das wir gewußt, aber vergessen haben.“ (S. 13)

Die Bibel ist „ein gutes Buch“ und wenn Lagercrantz‘ Aussage stimmt, geht es darum, die existenziellen menschlichen Erfahrungen, die in ihr erzählt werden, als die unsrigen zu erkennen, uns daran zu erinnern und damit vom Textsinn zum Lebenssinn zu kommen. Genau dieses Ziel verfolgen Prof. Dr. Ruben Zimmermann und Prof. Dr. Mirjam Zimmermann und erschließen ihre Relevanz für den Religionsunterricht.

Zunächst wird Prof. Dr. Ruben Zimmermann uns neuere Entwicklungslinien der neutestamentlichen Wissenschaft (z. B. in der Jesusforschung) skizzieren und am Beispiel neutestamentlicher Wundergeschichten deutlich machen, was hermeneutische Exegese ausmacht und austrägt.

Darauf aufbauend wird Prof. Dr. Mirjam Zimmermann vor dem Hintergrund einer zusammen mit Carsten Gennerich durchgeführten aktuellen empirischen Untersuchung zu Bibelwissen und Bibelverständnis von Schüler/inne/n ein „Update Bibeldidaktik“ geben und uns an konkreten Beispielen ihren Ansatz der mimetischen Bibeldidaktik (Theologisieren und Kreatives Schreiben zu biblischen Texten) im Blick auf seine Verwendbarkeit im Unterricht vorstellen.

Vielfache Kernlehrplanbezüge sind deutlich. Sek I: Inhaltsfeld 3: Jesus, der Christus, Inhaltsfeld 5: Zugänge zur Bibel; Sek II: Inhaltsfeld 3: Das Evangelium von Jesus Christus, Inhaltsfeld 2: Christliche Antworten auf die Gottesfrage (Hiob).


Referent/innen:   Prof. Dr. Mirjam Zimmermann, 
                               Mainz/Siegen 
                               Prof. Dr. Ruben Zimmermann, Mainz 

Frühjahrstagung 2021

Gute Boten, Schutzengel und Todesengel – Engelvorstellungen in biblischer Perspektive

In den verletzlichen Zeiten der Corona-Pandemie wird der Wunsch nach Schutzengeln größer: „Doch dieser Engel ist da, / um dich zu schützen und zu halten. / Dieser Engel ist da, / jeden Tag, in verschiedenen Gestalten“ (Wise Guys 2014). Im Alten Testament finden sich die Schutzengel erst ganz am Ende. Vorher begegnen Engel als Boten mit Aufträgen und guten Nachrichten, aber auch ein Seuchenengel tritt auf (2 Sam 24; 1 Chr 21). In diese biblische Engeltradition wird uns Prof. Dr. Michaela Geiger (Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel) einführen und religionspädagogische Anknüpfungspunkte aufzeigen. Auch die Engel-Bilder, die Paul Klee kurz vor seinem Tod gezeichnet hat, bieten eine Fülle von Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Engelvorstellungen im Religionsunterricht. Im Bezug zu den Kernlehrplänen lässt sich das Thema zum einen bei der Frage nach Gottesvorstellungen (Inhaltsfeld 2) verorten. Zum anderen eröffnet es Zugänge zur Bibel (Themenfeld 5) und knüpft an Erfahrungen von Religion in Alltag und Kultur (Inhaltsfeld 7) an. 

 Referentin: Prof. Dr. Michaela Geiger, Wuppertal